La Marseillaise

Allons enfants de la Patrie,
Le jour de gloire est arrivé !
Contre nous de la tyrannie,
L’étendard sanglant est levé. (bis)
Entendez-vous dans les campagnes
Mugir ces féroces soldats ?
Ils viennent jusque dans nos bras
Égorger nos fils, nos compagnes !

Aux armes, citoyens !
Formez vos bataillons !

Marchons, marchons !

Qu’un sang impur

Abreuve nos sillons !

Aux armes, citoyens !
Formons nos bataillons !

Marchons, marchons !

Qu’un sang impur

Abreuve nos sillons !

Lili Marlene

Norbert Schultze – Hans Leip
HANS LEIP (22.9.1893 – 6.6.1983)

[English Version]

Outside the barracks, by the corner light,
I’ll always stand and wait for you at night,
we will create a world for two,
I’ll wait for you the whole night through,
for you, Lili Marleen,
for you, Lili Marleen.

Bugle tonight don’t play the call to arms,
I want another evening with her charms,
then we will say goodbye and part,
I’ll always keep you in my heart,
with me, Lili Marleen,
with me, Lili Marleen.

Give me a rose to show how much you care,
tie to the stem a lock of golden hair,
surely tomorrow you’ll feel blue,
but then will come a love that’s new,
for you, Lili Marleen,
for you, Lili Marleen.

When we are marching in the mud and cold,
and when my pack seems more than I can hold,
my love for you renews my might,
I’m warm again, my pack is light,
it’s you, Lili Marleen,
it’s you, Lili Marleen.

[German Version]

Vor der Kaserne vor dem grossen Tor
Stand eine Laterne und steht sie noch davor
Dort wollen wir uns wiedersehn
Bei der Laterne woll’n wir steh’n
Wie einst Lili Marleen
Wie einst Lili Marleen

Uns’re beiden Schatten sah’n wie einer aus
Dass wir lieb uns hatten dass sah man gleich daraus
Und alle Leute soll’n es sehn
Wenn wir bei der Laterne steh’n
Wie einst Lili Marleen
Wie einst Lili Marleen

Deine Schritte kennt sie, deinen schönen Gang
Alle Abend brennt sie doch mich vergass sie lang
Und sollte mir ein Leid gescheh’n
Wer wird bei der Laterne steh’n
Mit dir Lili Marleen
Mit dir Lili Marleen

Mit dir Lili Marleen
Mit dir Lili Marleen

Aus dem stillen Raume, aus der Erde Grund
Hebt sich wie im Traume dein verliebter Mund
Wenn sich die späten Nebel dreh’n
Wer wird bei der Laterne steh’n
Mit dir Lili Marleen
Mit dir Lili Marleen

Wenn sich die späten Nebel dreh’n
Wer wird bei der Laterne steh’n
Mit dir Lili Marleen
Mit dir Lili Marleen

Carmen – George Bizet 1875

1. Akt: Zigarrenfabrik in Sevilla, gegenüber die Wache. Soldaten schauen dem Treiben der Leute zu. Micaela, auf der Suche nach dem Sergeanten José, entzieht sich den Annäherungsversuchen der Soldaten. Wachablösung; zur neuen Wache gehört auch José. Die Zigarrenarbeiterinnen machen Mittagspause und kommen, von Galanen und Schaulustigen bereits erwartet, vor die Fabrik. Carmen, die daran gewöhnt ist, dass man besonders ihr den Hof macht, wird auf den gleichgültigen José aufmerksam. Ein Glockenzeichen ruft die Arbeiterinnen in die Fabrik zurück. Micaela bringt José einen Brief seiner Mutter, deren Wunsch es ist, daß er Micaela heiratet. Aufruhr in der Fabrik: Im Streit hat Carmen einer Arbeiterin das Gesicht zerschnitten. Der Leutnant Zuniga lässt Carmen verhaften; José soll sie ins Gefängnis bringen. Er ist bereits fasziniert und verwirrt. Carmen stellt ihm ein Rendezvous bei Lillas Pastia in Aussicht. Er lässt sie entkommen und nimmt dafür eine Arreststrafe auf sich.
2. Akt: Die Kneipe des Lillas Pastia vor der Stadtmauer, Absteige für die Schmuggler und Amüsierlokal für Soldaten und Offiziere. Der gefeierte Torero Escamillo aus Granada, von seinen Bewunderern im Triumph durch die Stadt geführt, kehrt ein und fesselt die Zuhörer mit einer Schilderung seiner Abenteuer in der Arena. Escamillo zieht weiter, mit ihm geht auch Leutnant Zuniga. Die Schmuggler Dancairo und Remendado fordern Carmen und ihre Freundinnen Frasquita und Mercedes auf, ihnen bei einer bevorstehenden Aktion die Zöllner vom Leibe zu halten. Carmen will jedoch nicht mitmachen. Sie wartet auf José, der heute aus dem Arrest entlassen wurde. José kommt. Er liebt Carmen, ihre Faszinationskraft reicht aber nicht aus, ihn zur Desertion und zum Eintritt in die Schmugglerbande zu überreden. Als José in dem zurückkehrenden Zuniga seinen Rivalen erkennt, zieht er in Eifersucht die Waffe gegen seinen Vorgesetzten. Jetzt bleibt ihm kein anderer Ausweg, als sich den Schmugglern anzuschliessen.
3. Akt: Die Schmuggler schaffen nachts ihre Ware auf gefährlichen Wegen über das Gebirge. Carmen ist der Liebe Josés bereits müde; ihre Gefühle gelten jetzt Escamillo. Frasquita, Mercedes und Carmen befragen die Karten nach der Zukunft; Carmen liest aus ihnen immer nur baldigen Tod. Micaela ist José gefolgt. Sie wird Zeuge, wie Escamillo auf der Suche nach Carmen von dem eifersüchtigen José überfallen und durch die dazwischentretende Carmen gerettet wird. Der Torero lädt alle zu seinem nächsten Kampf nach Sevilla ein. Micaela bewegt José, ihr zu folgen: seine Mutter liege im Sterben. José droht Carmen, er werde zurückkommen.
4. Akt: Vor der Arena von Sevilla. Fiebrige Erwartung der Bevölkerung. Die Stierkämpfer ziehen ein. Carmen folgt Escamillo nicht in die Arena. Trotz der Warnungen ihrer Freundinnen wartet sie auf José. Dessen Bitten, ihr Leben mit ihm zu teilen, schließlich seine Drohungen weist sie unberührt zurück. José tötet Carmen, während in der Arena Escamillo einen neuen Sieg feiert.

W. Wordsworth

W. Wordsworth
CCLIII. The Daffodils
I WANDER’D lonely as a cloud
That floats on high o’er vales and hills,
When all at once I saw a crowd,
A host of golden daffodils,
Beside the lake, beneath the trees,
Fluttering and dancing in the breeze.Continuous as the stars that shine
And twinkle on the Milky Way,
They stretch’d in never-ending line
Along the margin of a bay:
Ten thousand saw I at a glance,
Tossing their heads in sprightly dance.

The waves beside them danced, but they
Outdid the sparkling waves in glee:-
A poet could not but be gay
In such a jocund company!
I gazed, and gazed, but little thought
What wealth the show to me had brought:

For oft, when on my couch I lie
In vacant or in pensive mood,
They flash upon that inward eye
Which is the bliss of solitude;
And then my heart with pleasure fills,
And dances with the daffodils.

Macbeth: Wiches

Macbeth
1 W. When shall we three meet again
In thunder, lightning, or in rain?
1 W. When shall we three meet again
In thunder, lightning, or in rain?
2 W. When the hurlyburly ‘s done,
When the battle ‘s lost and won.
Act i. Sc. 1.

Macbeth: Dagger

Is this a dagger which I see before me,
The handle toward my hand? Come, let me clutch thee.
I have thee not, and yet I see thee still.
Art thou not, fatal vision, sensible
To feeling as to sight? or art thou but
A dagger of the mind, a false creation,
Proceeding from the heat-oppressed brain?

Heinrich Heine: Belsazar

Heinrich Heine: Belsazar
Die Mitternacht zog näher schon;
In stummer Ruh lag Babylon.
Nur oben in des Königs Schloß,
Da flackerts, da lärmt des Königs Troß.
Dort oben in dem Königssaal
Belsatzar hielt sein Königsmahl.
Die Knechte saßen in schimmernden Reihn,
Und leerten die Becher mit funkelndem Wein.
Es klirrten die Becher, es jauchzten die Knecht;
So klang es dem störrigen Könige recht.
Des Königs Wangen leuchten Glut;
Im Wein erwuchs im kecker Mut,
Und blindlings reißt der Mut ihn fort;
Und er lästert die Gottheit mit sündigem Wort.
Und er brüstet sich frech, und lästert wild;
Der Knechtenschar ihm Beifall brüllt.
Der König rief mit stolzem Blick;
Der Diener eilt und kehrt zurück.
Er trug viel gülden Gerät auf dem Haupt;
Das war aus dem Tempel Jehovas geraubt.
Und der König ergriff mit frevler Hand
Einen heiligen Becher, gefüllt bis am Rand.
Und er leert ihn hastig bis auf den Grund,
und rufet laut mit schäumendem Mund:
Jehovah! dir künd ich auf ewig Hohn –
Ich bin der König von Babylon!
Doch kaum das grause Wort verklang,
Dem König wards heimlich im Busen bang.
Das gellende Lachen verstummte zumal;
Es wurde leichenstill im Saal.
Und sieh! und sieh! an weißer Wand
Da kams hervor wie Menschenhand;
Und schrieb, und schrieb an weißer Wand
Buchstaben von Feuer, und schrieb und schwand.
Der König stieren Blicks da saß,
Mit schlotternden Knien und totenblaß.
Die Knechtenschar saß kalt durchgraut,
Und saß gar still, gab keinen Laut.
Die Magier kamen, doch keiner verstand
Zu deuten die Flammenschrift an der Wand.
Belsatzar ward aber in selbiger Nacht
Von seinen Knechten umgebracht.

Der Lattenzaun

Der Lattenzaun
Es war einmal ein Lattenzaun,
mit Zwischenraum, hindurchzuschaun.Ein Architekt, der dieses sah,
stand eines Abends plötzlich da –

und nahm den Zwischenraum heraus
und baute draus ein großes Haus.

Der Zaun indessen stand ganz dumm,
mit Latten ohne was herum.

Ein Anblick gräßlich und gemein.
Drum zog ihn der Senat auch ein.

Der Architekt jedoch entfloh
nach Afri- od- Ameriko.

Berthold Brecht, “Gleichnis des Buddha vom brennenden Haus”

Berthold Brecht, “Gleichnis des Buddha vom brennenden Haus”
[…] Neulich sah ich ein Haus. Es brannte. Am Dache leckte die Flamme. Ich ging hinzu und bemerkte daß noch Menschen drin waren. Ich trat in die Tür und rief ihnen zu, daß Feuer im Haus sei, sie also auffordernd
schnell hinauszugehen. Aber die Leute schienen nicht eilig. Einer fragte mich während ihm schon die Hitze die Brauen versengte, wie es draußen denn sei, ob es auch nicht regne, ob nicht doch Wind ginge, ob da ein anderes Haus sei. Und noch so einiges.
Ohne zu antworten ging ich wieder hinaus. Diese, dachte ich müssen verbrennen, bevor sie zu fragen aufhören. Wirklich, Freunde
Wem der Boden noch nicht so heiß ist, daß er ihn lieber mit jedem andern vertauschte, als daß er da bliebe, dem habe ich nichts zu sagen. […]